Eine Frau, die Hut trägt, das ist heutzutage zu einer Seltenheit geworden. Eigentlich schade, dass dieses Bild von den Straßen nahezu verschwunden ist. Denn kaum ein Kleidungsstück sorgt so sehr für den gewissen Wow-Effekt. Dein Outfit wirkt sofort anders, wenn Du es mit einem Hut kombinierst. Mit Hut fällst Du auf. Oft so sehr, dass Du nicht mehr ohne Komplimente durch den Alltag gehst. Vielleicht gilt diese Aufmerksamkeit der Leute nicht so sehr Deinem Hut, sondern Deinem Mut, ihn einfach zu tragen.
Gehen wir dieser besonderen Kopfbedeckung einmal etwas näher auf den Grund. Denn der Hut hat eindeutig mehr Würdigung in jeder Gaderobe verdient.
Gut bedacht mit dem Hut
Was bedeutet eigentlich Hut? „Auf der Hut sein“, „behüten“ – ja, der Hut beschützt Dich. Er gibt Dir Wärme, wenn Dir im Winter kalt ist. Im Sommer schützt er Dich vor der Sonne und Verbrennungen. Durch die Krempe wirst Du nicht geblendet. Von Deinen Haaren hält er Schmutz und Staub weg. Und der Hut schützt Dich vor den Blicken Fremder. Der Hut ist also nicht nur ein modisches Accessoire, sondern er erfüllt einen konkreten Zweck.
Doch wie kann ein so praktisches Kleidungsstück eigentlich aus der Mode kommen? Klar, heutzutage trägt man Sonnenbrille, die Haare werden spätestens alle 2-3 Tage gewaschen und Mützen sind sowieso viel cooler. Und sich stundenlang in die Sonne setzen, darauf schwören Sonnenanbeterinnen förmlich. Blicke Fremder? Da lächelt man heutzutage nur müde. Außerdem sind offene und frisierte Haare gefragt. Wer möchte sich die unter einem Hut platt machen?
Ohne Zweifel, zum Hut gehört ein anderer Zeitgeist. Er wirkt etwas antiquiert, konservativ, rückwärtsgewandt. Er verkörpert ein vergangenes Lebensgefühl. Allerdings ein – wie ich finde – sehr schönes Lebensgefühl. Der Hut ist die Verkörperung von Eleganz und Stil.
Was Du schon immer über den Hut wissen wolltest
Ein Hut besteht aus zwei Teilen: der Krone und der Krempe. Die Krempe verläuft um die Krone herum und ist das Erkennungsmerkmal für den Hut. Ohne Krempe würde man von einer Mütze sprechen. Wenn die Krempe nur auf einer Seite der Krone verläuft, spricht man von einer Kappe.
Bekannte Hut-Arten
Zu den besonders bekannten Hut-Arten zählt die Glocke, französisch „Cloche“. Die meisten kennen den Glockenhut aus Filmen und Serien, die in den 1920er Jahren spielen (z. B. Babylon Berlin). Man sieht sie dort in Kombination mit dem Bobhaarschnitt. Die Krone ist rund und die Krempe reicht relativ weit nach unten ins Gesicht. Früher wurde dieser Hut aus Filz hergestellt, heute auch aus anderen Materialien.
Auch der Schlapphut ist sehr beliebt. Er besitzt eine sehr ausladende Krempe, die wellenartig hoch- und runtergeschlagen ist. Besonders an heißen Sommertagen kann man diesen Hut in einer Strohvariante perfekt auf Ausflügen oder bei längerem Sitzen in der Sonne tragen. Denn die Krempe wirft einen großen Schatten über Gesicht und Schultern.
Der Florentiner Hut hat eine recht flache Krone und eine gleichmäßig verlaufende, sehr breite Krempe. Früher wurde er aus Weizenstroh hergestellt. Kein Wunder, dass er in dem Film „Der Florentiner Hut“ einfach von einem Pferd verspeist wird! Ein Problem, das vielleicht so manche Dame früher betroffen hat?
Beliebte Materialien für den Hut
Ein Hut besteht klassischerweise aus natürlichen Materialien. Sehr klassisch und prima für die kalte Jahreszeit sind Filz– und Wollhüte. Einen kühlen Kopf behältst Du im Sommer mit leichten Stroh- und Stoffhüten. Auch Lederhüte sind ein echter Hingucker.
Schmuck für den Hut
Wenn man sich die Hüte vor rund 120 Jahren ansieht, kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Die Hüte waren sehr ausladend mit Blumen, Federn und Bändern geschmückt.
Heute beschränkt sich der Schmuck fast immer auf Bänder, die um die Krone herum angebracht sind. Seide, Chiffon, aber auch Samt geben dem Hut ein sehr edles Aussehen. Ich finde es sehr hübsch, wenn die Bänder an der Seite zu Schleifen gebunden sind.
Hüte für festliche Anlässe sind selbstverständlich reicher geschmückt. Kunstblumen, Federn und Perlen zieren die Krone und Krempe.
Anlässe, um einen Hut zu tragen
Braucht es einen Anlass, um einen Hut zu tragen? Nein! Fange einfach damit an und Du wirst sehen, wie schön es sein kann, bedacht durch den Alltag zu gehen. Strohhüte im Sommer oder Glockenhüte im Winter sind perfekt. Wähle am besten eine Farbe, die zu Deinem Mantel und Deinen Schuhen passt und Deinem Gesicht schmeichelt. Schwarz, braun oder zarte Beigetöne sind ein guter Einstieg.
Besondere Anlässe, bei denen Du auf jeden Fall Hut tragen kannst, sind Hochzeiten, Familienfeiern und hohe Anlässe. Die Art des Hutes wählst Du abhängig von der Art der Feier und der Location des Events.
Ist eine Gartenparty im Sommer tagsüber geplant? Dann kann es z. B. ein mit Blumen reich verzierter Hut werden. Wähle leuchtende Farben wie rot, blau oder gelb. Die Krempe kann sehr ausladend sein. Bei einem feierlichen Anlass sieht beispielsweise ein Pillboxhut mit Federn und Schleifen sehr hübsch aus. Bist Du selbst die Braut bei Deiner Hochzeit, kannst Du passend zu Deinem Kleid einen weißen Hut tragen. Beliebt sind Hochzeitshüte mit Netzschleier oder reichem Blumenschmuck.
Eine Dame trägt Hut
Mit einem Hut kannst Du Dich sofort in eine echte Lady verwandeln. Es gibt kaum ein Accessoire, mit Du Du sofort so viel Eleganz ausstrahlst.
Dabei macht Dich der Hut genauso wie Schuhe optisch größer. Dadurch fällst Du mehr auf.
Der Hut umschmeichelt außerdem Dein Gesicht. Das ist so wie der Rahmen für ein schönes Gemälde. Zudem kannst Du mit passenden Farben und Formen Deinen Typ unterstreichen. Die Augen betonst Du zusätzlich durch eine tief liegende Krempe.
Zudem bietet der Hut sehr viel Platz für schönen Schmuck, mit dem Du bewundernde Blicke auf Dich ziehst. Schleifen aus edlen Stoffen, Federn und kunstvolle Blumen – mit einem Hut sorgst Du für Abwechslung und einen weiblichen Look.
Übrigens: Als Frau darfst Du den Hut auch in geschlossenen Räumen aufbehalten. Schließlich gehört er zu Deiner Frisur und dient Dir als Accessoire. Nur der Herr legt aus Höflichkeit seinen Hut ab.
Zum Hut braucht’s Mut
So ein Hut ist also ein super Accessoire – wenn man auffallen möchte. Trau Dich! Am Anfang mag es etwas ungewohnt sein, etwas aus der Reihe zu tanzen und sofort aufzufallen. Doch Du wirst dieses Gefühl lieben lernen. Und Du wirst wissen, dass Du Deinen Hut mit dem größten Selbstbewusstsein tragen kannst.

Ich ziehe meinen Hut für diesen schönen Artikel. 🙂 Ab sofort krame ich wieder meinen Schlapphut hervor!
Dankeschön! 🙂